“Die Rache für ein totes Baby”; Lindbergh und Hauptmann, ein “Jahrhundert-Prozess”?

Charles Lindbergh war bereits ein Nationalheld, als sein 20-monatiger Säugling, Charles Augustus, am 1. März 1932 ermordet wurde, so jedenfalls die späteren Feststellungen des an sich unzuständigen Gerichts in Flemmington, New Jersey.

Quelle: Wikipedia; die Spirit of St. Louis

Als großer, schlaksig wirkender Mann hatte Charles Lindbergh im Mai 1927 nach einem schwierigen Start von Long Island aus mit seiner einmotorigen, 223 PS starken Spirit of St. Louis in 33 Stunden und 32 Minuten als erster Mensch den Atlantik nonstop überquert und dafür den ausgelobten Preis von 25.000 Dollar gewonnen. Der Haupttank seiner Maschine war dabei in der Kabine vor dem Pilotensitz eingebaut, so dass der Flugpionier nur mittels eines Periskops nach vorne schauen konnte. In eisiger Kälte schlief er über dem Atlantik in seiner engen Kabine ein, verlor die Orientierung und wäre fast abgestürzt. Mit letzter Kraft und wohl dem letzten Tropfen Sprit erreichte er das Festland, wo er bei seiner Landung in Le Bourget bei Paris von einer frenetischen Menschenmenge empfangen wurde.

Damit lagen die Kontinente nicht mehr Wochen, sondern nur noch vergleichsweise wenige Tage auseinander. Auf der eigens für Lindbergh abgehaltenen Parade in New York City flatterten 1.800 Tonnen Konfetti durch die Luft – ein weiterer Rekord.

Berthold Brecht war von Lindberghs Erlebnisbericht “We” (gemeint waren er selbst und sein Flugzeug) so begeistert, dass er den Text “Lindberghflug” für die 1929 in Berlin uraufgeführte Kantate für Soli, Chor und Orchester von Kurt Weill schrieb.

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