Praxiskauf: Lebensversicherungsdarlehen dient nicht der Anschaffung, wenn Zinscap-Gebühr mitfinanziert wird

Zinsen aus einer Kapitallebensversicherung sind steuerpflichtig, obwohl die Lebensversicherung ein Darlehen zur Übernahme einer Praxis besichert, wenn das Darlehen auch teilweise steuerschädlich verwendet wird. Das ist z.B. dann der Fall, wenn der Steuerpflichtige aus diesem Darlehen eine Zinsbegrenzungsprämie (Zinscap-Gebühr) finanziert. Denn dann dient das Darlehen nicht unmittelbar und ausschließlich der Finanzierung von Anschaffungskosten eines dauernd zur Erzielung von Einkünften bestimmten Wirtschaftsgutes i.S. des § 10 Abs. 2 S. 2 Buchst. a EStG. (BFH 12.10.11, VIII R 49/09). Der Kläger hatte das Darlehen nur in Höhe von 155.200 EUR in Anspruch genommen, und zwar für die Kaufpreiszahlung (148.000 EUR) und für die Zinscap-Gebühr (7.200 EUR). Das FG hatte deshalb die Verwendung des Darlehens zur Finanzierung des Praxiskaufs insgesamt als schädlich angesehen. Dem schloss sich der BFH an: Die Voraussetzungen von § 10 Abs. 2 S. 2 Buchst. a EStG seien schon deshalb nicht erfüllt, weil mit dem Policendarlehen Aufwendungen finanziert wurden, die nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts gehören und ihrem Umfang nach über die Bagatellgrenze von 2.556 EUR nach § 10 Abs. 2 S. 2 Buchst ...Zum vollständigen Artikel


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