Piratenprozess: „Geplatzte Bombe“ hat nur wenig Sprengkraft

Eingangstüren zum Sitzungssaal 337 im Hamburger Landgericht

79. Verhandlungstag im Piratenprozess. Immerhin konnte weiterverhandelt werden, da sich der gestern erkrankte Angeklagte gesundheitlich erholt hatte. Mit Spannung wurde von allen Prozessbeteiligten und der anwesenden Presse die weitere Befragung des Angeklagten Khalief D. erwartet, der gestern begonnen hatte, eine umfassende Einlassung abzugeben und auch Mitangeklagte zu belasten. Heute teilte der geständnisfreudige Mann – zum Teil auch durch Erklärung seines Verteidigers – mit, dass er zu den Umständen der Kaperung der Dhau keine Angaben machen wolle. Aus seiner heutigen Sicht schilderte er aber die Vorfälle auf der Dhau und wich dabei in etlichen Punkten von seiner früheren Einlassung ab. Damals habe er halt gelogen, aber heute – Hand auf´s Herz – berichte er, wie´s tatsächlich gewesen ist. Er hat das natürlich anders ausgedrückt, aber sinngemäß ist es so rübergekommen.

Vertraglich sei geregelt worden, wie die zu erwartende Beute verteilt werden solle. Da hätten allerdings keine konkreten Geldbeträge dringestanden, sondern nur Prozentangaben, die er gar nicht richtig verstanden hätte. Für sich selbst hätte er jedenfalls nach Verrechnung von Schulden in Höhe von ca. 200 US-Dollar noch etwa 1.500 Dollar erwartet. Was die anderen Piraten bekommen sollten, könne er nicht sagen, da müsse man diese schon selbst fragen. Jedenfalls sei der Beuteanteil nach der Aufgabenverteilung gestaffelt gewesen. Wer zum Beispiel bei dem Einsatz schwerere Waffen bedient hätte, der hätte auch eine höheren Beuteanteil bekommen sollen. Wie sich die relativ geringe Belohnung, die er erwartet hätte, zu den Millionenlösegeldforderungen verhält, die bei Schiffsentführungen regelmäßig gefordert werden, konnte er nicht sagen ...

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