Bumerang one – Literarischer Taxifahrer sagt, wo´s langgeht

Bumerang one von Mirso

„Ich weiß schon, zum Sievekingplatz“, sagt der Taxifahrer ebenso freundlich wie bestimmt, als ich in Eppendorf in sein Fahrzeug steige. Wie er das wissen könne, frage ich zurück. „Weil Sie immer zum Sievekingplatz wollen!“ antwortet er. „Ich will nicht, ich muss!“, protestiere ich, „und außerdem lasse ich mich auch häufig zum Bahnhof bringen.“ „Aber nicht von mir“, insistiert der Taxifahrer, der aus dem früheren Jugoslawien stammen dürfte, „Ich würde Sie auch nirgendwo anders hinfahren als zum Sievekingplatz!“ Das wäre dann ja geklärt.

Auf dem Weg zum Strafjustizgebäude, wo die somalischen Piraten auf den Sitzungsbeginn warten, fragt mich mein Kurzzeitchauffeur nach dem Stand des Verfahrens. Unsäglich findet er die lange Verfahrensdauer und den damit verbundenen finanziellen Aufwand für den Steuerzahler, der doch sicher sinnhafter eingesetzt werden könnte. Ich widerspreche nicht. Ansonsten findet er Strafsachen spannend, meint er, er habe gerade selbst einen Krimi geschrieben. Er wartet meinen fragenden Blick nicht ab und holt ein Taschenbuch aus der Mittelkonsole. „Bumerang one“ lautet der in grellem Rot auf grünblauem Grund gedruckte Titel, „Kriminalroman“ steht darunter. Dem Cover entnehme ich weiter, dass der Autor sich „Mirso“ nennt, vielleicht heißt er so ja auch im richtigen Leben ...

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