Berichterstattung über Ochsenknechts “Junge Wilde”

Bei der Wortberichterstattung über Prominente kann man nicht von einem grundsätzlichen Vorrang des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts gegenüber der Meinungsfreiheit ausgehen, sobald schutzbedürftige Interessen von jungen Erwachsenen beziehungsweise Jugendlichen in Rede stehen. Vielmehr hat eine auf den Einzelfall bezogene Abwägung zu erfolgen, wobei die Bedeutung der Persönlichkeitsbeeinträchtigung sowohl durch das “Öffentlichkeitsimage” der Betroffenen als auch durch die Einordnung ihres Verhaltens (hier als Bagatelldelikt) gemindert ist.

So hat das Bundesverfassungsgericht nun in dem hier vorliegenden Fall einer Zeitungsberichterstattung entschieden. Die Beschwerdeführerin ist ein Tochterunternehmen der Verlegerin der Tageszeitung “Sächsische Zeitung” und verbreitet Berichte auch über ihre Internetseite. Ihren beiden Verfassungsbeschwerden liegt eine Berichterstattung über einen Vorfall aus dem Jahre 2008 zugrunde, in den die beiden Söhne des Schauspielers Uwe Ochsenknecht, die Kläger des Ausgangsverfahrens, verwickelt waren. Sie wurden in der nacht vom 30.April auf den 1. Mai 2008, der in Bayern sogenannten “Freinacht”, dabei beobachtet, wie sie zusammen mit einer Gruppe von Freunden Fahrräder traktierten, Blumen aus einem Blumenbeet herausrissen sowie den Telefonhörer in einer Telefonzelle abrissen. Nach Feststellung ihrer Personalien auf der Polizeiwache wurden die Kläger entlassen. Gegen keinen von beiden wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Beschwerdeführerin verbreitete auf ihrer Internetseite über diesen Vorfall einen Beitrag unter der Überschrift “Polizei schnappt Ochsenknecht-Söhne“, in dem darüber berichtet wird, dass „die beiden Nachwuchsschauspieler und Sänger nach wüster Randale in der Münchener Innenstadt von der Polizei verhört“ worden seien ...

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