Kündigung auf Ukrainisch

Kündigungen im ministeriellen Bereich kommen nicht so häufig vor.

In Deutschland beschränken Minister sich auf die Versetzung unbotmäßiger Fahrer, etwa den der niedersächsischen Sozialministerin. Die mochte bekanntlich ihren Fahrer nicht mehr, das Vertrauensverhältnis war wohl zerstört, und versetzte ihn. Dann war er zwar immer noch Fahrer, aber eben nicht mehr Fahrer der Frau Ministerin. Die Ministerin verlor ihren Prozess. Niedersächsische Minister haben schon Schlimmeres erduldet (noch Schlimmeres erdulden frühere niedersächsische Ministerpräsidenten). Aber immerhin könnte man etwas überspitzt sagen, dass in Deutschland aufgrund kaum begreiflicher arbeitsrechtlicher Regelungen nicht einmal Minister mit dem fahren können, dem sie voll und ganz vertrauen.

In der Ukraine ist das natürlich völlig anders.

Zwar werden dort Minister auch durch die Gegend chauffiert, haben Dienstwagen und selbstverständlich einen Chauffeur. Allerdings droht ihnen nicht nur ein Arbeitsgerichtsprozess, den sie möglicherweise verlieren.

Das musste auch der ehemalige Minister für Inneres der Ukraine, Juri Luzenko, jetzt erfahren. Als er noch Minister war, soll er seinen Fahrer viel zu gut behandelt haben. Obwohl der gute Mann noch hätte warten müssen, hatte Herr Minister ihm eben mal eine Einzimmerwohnung beschafft (!). Ein Zimmer. In Niedersachsen fassen die für so etwas nicht mal einen Kredit an.

Als wäre das noch nicht genug, hat er das Gehalt, das sicher kaum zum Leben reichte, auch noch ein wenig (wirklich moderat) aufgebessert. Wie moderat der Minister zu sein meinte, zeigt sich daraus, dass der „Gesamtschaden“ aus alledem auf 4.000 € beziffert wird. Auch hier ist Niedersachsen weit weg.

Schaden?

Ja. Denn der Minister hat sich mit seinem Fahrer zwar prima verstanden, steht aber jetzt trotzdem vor Gericht ...

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