Der kurzfristige Kapazitätsmarkt Gas: Kommt er oder nicht? Oder doch, aber später?

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Die zweite Phase der Umsetzung des Kapazitätsmanagements im Gasbereich steht an: Zum 1.4.2012 soll der kurzfristige Kapazitätsmarkt mit Leben gefüllt werden (§§ 4 und 5 des Standardkapazitätsvertrages der KARLA Gas). Danach sollen Händler nicht genutzte oder anderweitig vermarktete Kapazitäten an die Fernleitungsnetzbetreiber zurückgeben müssen und die Re-Nominierungsmöglichkeiten beschränkt werden (10 Prozent der gebuchten Kapazität). Die Fernleitungsnetzbetreiber müssen die dadurch frei werdenden Kapazitäten über die TRAC-X gebündelt auf fester Basis „day ahead“ verauktionieren – zum Startpreis von Null Euro! (siehe hierzu auch Blog vom 2. Februar 2012).

Schon jetzt ist sicher: Der Start wird sehr holprig. Die Betreiber der gemeinsamen Kapazitätsplattform der Fernleitungsnetzbetreiber, TRAC-X, wollten wegen Umsetzungsschwierigkeiten den Starttermin sogar verschieben. Die BNetzA hat dies aber in weiten Teilen abgelehnt. Stattdessen wurde ein fragwürdiger Kompromiss gefunden. Die Leidtragenden sind die Gashändler. Ihnen droht ein Blindflug bei der Kapazitätsbewirtschaftung.

Mittlerweile zeichnet sich folgender Zwischenstand ab: Die Kapazitätsauktionen werden zum 1.4. nicht für alle Einspeisepunkte an den Grenzen bzw. Marktgebietskopplungspunkte greifen. Es gibt hier offenbar an einigen Punkte erhebliche Abwicklungsprobleme, die sich kurzfristig nicht lösen lassen. Die Fernleitungsnetzbetreiber wollen hierzu eine Liste mit denjenigen Ein- und Auspeisepunkten, an denen gebündelte oder zumindest ungebündelte Kapazitäten versteigert werden, und auch Details für die Kapazitätsrückgabe veröffentlichen. Der Zeitdruck hierfür ist mittlerweile enorm, da sich die Händler hierauf einstellen müssen ...

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