Der gern erhobene Vorwurf des „victim blaming“

Wenn Ihnen ein Polizist raten würde, Ihre Haustür doch besser mit einem Sicherheitsschloss aufzurüsten, um die Gefahr eines Einruches zu verringern oder Sie darauf hinweist, dass es Nachts in bestimmten Stadtviertel gefährlich sein könnte mit derart protzigem Schmuck herumzulaufen, weil Sie dadurch schnell Opfer eines Raubes werden könnten – fänden sie das angemessen? Oder wären Sie empört, weil Ihnen hier „als Opfer“ eine „Mitschuld“ unterstellt wird? Würden Sie den Polizisten beschimpfen und für ihr Recht auf unverschlossene Türen, Schmuck und nächtliche Spaziergänge demonstrieren?

Im Bereich der Prävention von Sexualstraftaten sieht das oft genau so aus. Ratschläge, die sich an Frauen richten und zum Inhalt haben die Gefahr eines sexuellen Übergriffes zu mindern werden hier schnell als „victim blaming“ verschrien. Es wird unterstellt, dass damit dem Opfer eine Teilschuld (z.B. an einer Vergewaltigung) zugeschoben werden soll. Ein sehr drastischer Auswuchs waren die sog. „Slutwalks“ im letzten Jahr, bei denen oft leichtbekleidete Frauen dagegen demonstrierten, dass Ihnen aufgrund ihrer Bekleidung eine Mitverantwortung an Übergriffen gegeben wird.

Im Blog der Mädchenmannschaft wird dazu eine aktuelle Kampagne des Münchener Kulturzentrums unterschwellig kritisiert, weil Sie sich an die potentiellen Opfer wendet und nicht an potentielle Täter.

„Es lässt sich darüber streiten, warum sich eine Kampagne gegen sexualisierte Gewalt in erster Linie an (potentiell) Betroffene und nicht an (potentielle) Täter richtet“

Besonders aber regt sich die Mädchenmannschaft darüber auf, dass ein Polizist den Ratschlag erteilt, dass Frauen das Risiko einer Vergewaltigung mindern könnten, wenn sie es vermeiden sich öffentlich stark zu betrinken:

Samietz sagt, dass auch Frauen “wahnsinnig viel trinken und dann nichts mehr wissen”. Würde weniger getrunken, hätte man weniger Fälle von sexuellen Übergriffen ...

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