Bäume fällen gegen Geld aber ohne Auftrag

Eine fristlose Kündigung hält einer durchzuführenden Interessenabwägung nicht Stand, wenn zu Gunsten des Klägers seine langjährige Betriebszugehörigkeit zu berücksichtigen ist und der Umstand, dass der Kläger letztlich die zur Kündigung führenden Handlungen auf Anweisung eines Anderen Vorarbeiters) ausgeführt hat und dementsprechend der Schuldvorwurf, der dem Anderen (Vorarbeiter) zu machen ist, im Vergleich zu demjenigen des Klägers überwiegt. In jedem Fall kann eine außerordentliche Kündigungen aber nur innerhalb von zwei Wochen ab dem Zeitpunkt, in dem der Kündigungsberechtigte von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt, ausgesprochen werden.

Mit dieser Begründung hat das Arbeitsgericht Mönchengladbach den Kündigungsschutzklagen zweier Mitarbeiter der Städtischen Grünpflegekolonne in Mönchengladbach stattgegeben. Die Kläger sind langjährige Mitarbeiter der Grünpflegekolonne, einer von ihnen ist Vorarbeiter. Im November 2011 beschwerte sich eine Grundstückseigentümerin bei der beklagten Stadt darüber, dass sie im Frühjahr 2009 an die Kläger gemeinsam mit einer Nachbarin für die Herabsetzung von vier störenden Birken insgesamt 300,00 Euro gezahlt habe. Die Bäume seien daraufhin aber nur teilweise geschnitten und gefällt worden und Reste seien stehen geblieben. Der Vorarbeiter habe versprochen, die Arbeiten später auszuführen und die Bäume dann komplett zu fällen, er habe eine Telefonnummer und eine Visitenkarte hinterlassen, sich später jedoch geweigert, die Arbeiten zu Ende zu führen.

Im Dezember 2011 hat die Beklagte wegen dieses Vorfalls beiden Klägern gegenüber jeweils die fristlose Kündigung erklärt.

Die Kläger haben eingeräumt, tatsächlich während der Arbeitszeit ohne dienstlichen Auftrag Bäume herabgesetzt und hierfür Geld erhalten zu haben ...

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