20 Jahre alte Zungenküsse bringen Pädagogen vor Gericht

Die Schatten der Vergangenheit können verdammt lang sein, wie ein heute 63 Jahre alter Musikpädagoge, der an einer Grundschule im Hamburger Stadtteil Volksdorf unterrichtete, in diesen Tagen schmerzlich feststellen muss. Nach einem Bericht bei spiegel-online soll der Mann in den Jahren 1990 und 1991 bei drei Gelegenheiten zwei damals sechs bzw. sieben Jahre alte Schülerinnen zu einem Zungenkuss gezwungen haben.

Eine der betroffenen Schülerinnen, die wohl ziemlich traumatisiert gewesen sein muss, hatte die Vorfälle im Jahr 2010, also fast 20 Jahre später, zur Anzeige gebracht. Das brachte dem Lehrer eine Anklage ein, über welche demnächst vor dem Amtsgericht verhandelt wird. Außerdem wurde der Mann vom Dienst suspensiert.

Der strafrechtliche Laie fragt sich vielleicht, wieso solch ein im Vergleich zu anderen Missbrauchsfällen relativ banaler Fall nach so langer Zeit noch verfolgt werden kann. Hierzu ein paar Erklärungen:

Nach § 174 StGB wird der sexuelle Missbrauchs eines Kindes mit Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahren bestraft. Zu klären ist zunächst, ob ein Zungenkuss überhaupt eine unter Strafe gestellte sexuelle Handlung darstellt. Nach § 184f StGB sind sexuelle Handlungen nur solche, die im Hinblick auf das jeweils geschützte Rechtsgut von einiger Erheblichkeit sind ...

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