Kündigung und die Information des Betriebsrats

Wird dem Betriebsrat vor einer Kündigung wegen Diebstahls oder des Verdachts eines Diebstahls lediglich die konkreten Fakten mitgeteilt, ist dem Betriebsrat zu wenig bekannt gegeben worden und die Kündigung ist aus formellen Gründen unwirksam. Grundsätzlich sind dem Betriebsrat neben den Fakten auch der Verlauf des Arbeitsverhältnisses und die Interessenabwägung des Arbeitgebers mitzuteilen.

Mit dieser Begründung hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein der Kündigungsschutzklage einer Reinigungskraft stattgegeben. Die 41-jährige Klägerin war bei der Beklagten seit 1999 als Reinigungskraft in einer Badeanstalt tätig. 2009 erhielt sie eine Abmahnung wegen Verlassens des Geländes ohne vorherige Abmeldung. Danach wurde sie noch zweimal ermahnt. Sie hatte den Arbeitsplatz ohne Abmeldung verlassen und sie hatte während der Arbeitszeit ein privates Telefonat geführt, ohne dieses Gespräch als „privat“ zu kennzeichnen. Die Klägerin wurde arbeitsunfähig krank. Jemand sah sie im Betrieb, wie sie das Fundsachenregal durchsuchte und ohne Rücksprache mit dem Arbeitgeber einen Tauchring mitnahm. Über dem Arm trug sie Kleidungsstücke. Der Arbeitgeber hegte den Verdacht des Diebstahls. Er gab der Klägerin Gelegenheit, sich zu dem Geschehen zu äußern ...

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