Rasanter Aufstieg, tiefer Fall – Josef Esch, Bauernopfer von Deutschlands Geldelite ?

Die fetten Jahre sind vorbei. Zumindest für den Unternehmer und Immobilienentwickler Josef Esch. Aber auch für Christopher Freiherr von Oppenheim, Matthias Graf von Krockow, Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt. Dieses Quartett, einst Führungsriege der traditionsreichen und noblen Privatbank Sal. Oppenheim, an einer Seite mit dem gelernten Maurer Esch aus Troisdorf bei Bonn: Sie alle gelten als Schlüsselfiguren in einem der größten Wirtschaftsskandale seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland.

Es geht um den Niedergang von Sal. Oppenheim, einem familiengeführten Geldinstitut mit einer respektablen Historie von 220 Jahren. Aber auch darum, dass Leute mit gigantischem Vermögen sehr viel Geld verloren haben. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt in akribischer Kleinarbeit – und das seit rund zwei Jahren. Die Vorwürfe: Untreue, Korruption, Steuerhinterziehung.

Anfang 2010 war nicht nur die Finanzwelt, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit zutiefst erschüttert, als die einst größte europäische Privatbank Sal. Oppenheim nach Fehlspekulationen und Milliardenverlusten an die Deutsche Bank verscherbelt wurde. Die Herren Oppenheim, Krockow, Janssen und Pfundt hatten das sinkende Schiff kurz vor dem Notverkauf verlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die Traditionsbank aufs sträflichste herabgewirtschaftet zu haben.

Im Visier der Ermittler steht aber auch Esch, der die weit verzweigte Oppenheim-Esch Holding lenkte und steuersparende Immobilienfonds konstruierte. Ohne jeden Zweifel ist die Karriere von Josef Esch alles andere als gewöhnlich. Auf die Oppenheim-Leute traf der Troisdorfer Anfang der 1990er Jahre. Damals suchte das Geldinstitut für ihre vermögende Kundschaft rentable Anlagemöglichkeiten und wurde bei Esch mit seinen geschlossenen Immobilienfonds fündig ...

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