Fingerspitzengefühl gesucht

Eine Bußgeldsache aus dem Straßenverkehr und es geht vergleichsweise schon um etwas. Für gestern war der Termin anberaumt. Vorgestern werde ich vom Mandanten telefonisch darüber informiert, dass er soeben mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde und dort zunächst stationär verbleiben müsse. Das teile ich faxwendend dem Gericht mit mit der Bitte, den Termin doch kurzfristig aufzuheben. Kommt aber keine Aufhebung, also rufe ich kurz bevor ich mich auf die einstündige Fahrt zum Gericht begebe, beim Gericht an. Die Sekretärin ging telefonisch sofort in Verteidigungshaltung und sagte, mehr als das der Richterin vorlegen könne sie nicht und das habe sie sofort getan. Die Richterin interessierte das alles also gar nicht.

Im Termin meinte sie dann, der Mandant sei unentschuldigt nicht da, weil er (noch) kein Attest vorgelegt habe, was meinen Vortrag belegen würde. Deswegen müsse sie den Einpruch gegen den Bußgeldbescheid mit Urteil verwerfen. Auf meinen Einwand, der Mandant sei mit dieser Erkrankung definitiv entschuldigt, allenfalls fehle es noch an der Glaubhaftmachung der Entschuldigung, die wegen der kurzfristigen Aufnahme nachgereicht werden könne und werde und man soll die Verhandlung doch einfach aussetzen, erntete ich Achselzucken.

Und so wurde der Mandant verurteilt ...

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