OVG Berlin-Brandenburg: Ein Student, der fremde Textbeiträge aus dem Internet ohne Quellenhinweis in seine Hausarbeit übernimmt, täuscht (die Prüfungskommission)

OVG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 30.11.2011, Az. OVG 10 N 48.09 § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO, § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO, § 31 Abs. 1 S. 1 HSchulG BE, § 9 Abs. 1 PrOWI vom 29.04.2003, § 15 Abs. 3 S. 1 PrOWI vom 29.04.2003

Das OVG Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass eine Täuschung vorliegt, wenn die Hausarbeit eines Studenten im Vergleich miteinem Artikel der Netzeitung erkennen lässt, dass sich der Student an über zwölf verschiedenen Stellen der Hausarbeit durch wörtliche oder nahezu wörtliche Übernahmen ohne jede Kenntlichmachung von “Zwischen-” oder “Letzt-”Quellen bedient hat. Zum Volltext der Entscheidung: Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg

Beschluss

Der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin vom 15. April 2009 wird abgelehnt.

Die Kosten des Zulassungsverfahrens trägt der Kläger.

Der Streitwert wird für die zweite Rechtsstufe auf 5.000,00 EUR festgesetzt.

Gründe

I.

Der Kläger, der seit dem Wintersemester 2004/2005 im Diplomstudiengang Wirtschaft bei der Beklagten immatrikuliert ist, wendet sich gegen die Bewertung einer Hausarbeit mit “5,0T” (”nicht ausreichend”) aufgrund eines festgestellten Täuschungsversuchs. Diesen begründete die Erstprüferin damit, dass in der Arbeit passagenweise Quellen aus dem Internet wörtlich wiedergegeben seien, ohne diese als Zitat kenntlich zu machen, so dass es sich bei der Arbeit in Teilen um ein Plagiat handle. Die Klage, die der Kläger maßgeblich darauf gestützt hat, dass keine Täuschungshandlung vorliege, die eine Bewertung mit der Note “nicht ausreichend” rechtfertige, und es zudem an einer tauglichen gesetzlichen Rechtsgrundlage für die Bewertung fehle, hat das Verwaltungsgericht abgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung.

II. Der auf ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils (§ 124 Abs. 2 Nr ...

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