Im Urlaubsland der rosa Einhörner

Da leben wir. Wie könnte es sonst sein, dass ausgerechnet „Urlaubsrecht“ so kompliziert ist in Deutschland?

Stellen Sie sich mal vor: Sie haben bei Arbeitgeber Fies einen Arbeitsvertrag mit 29 Tagen Jahresurlaub, im Jahr 2008. Nennen wir ihn den „Erstvertrag“, weil das so schön juristisch klingt (wegen des Juristischen müssen Sie auch unterstellen, dass der Vertrag in dem Jahr, um das es geht – 2008 – mehr als 6 Monate bestand. Dann kriegen Sie in Deutschland ja die vollen 29 Tage). Stellen wir uns vor, sie nehmen diese 29 Tage nicht. Auch deshalb, weil sie im Jahr 2008 schon wieder rausfliegen. Sie sind ein schlaues Büschchen bzw. eine schlaue Dern, weshalb Sie sofort Anschluss finden, bei einem anderen Arbeitgeber, Herrn Nett, nennen wir das den „Zweitvertrag“. Der fängt auch schon 2008 an – sagen wir mal, im Juli 2008. Aus unbekannten Gründen, vielleicht, weil er nett ist, gibt Ihnen der Herr Nett in diesem Jahr 2008 gleich erst mal 21 Tage Urlaub. Obwohl Sie einen richtigen Anspruch ja erst nach 6 Monaten hätten. Nett, oder?

Für diese Nettigkeit soll natürlich nicht er auf dem Scheiterhaufen landen. Sondern Ihr alter Arbeitgeber, der aus dem Erstvertrag, Herr Fies. Der hat Ihnen ja 2008, wenn Sie so richtig nachdenken, keinen Urlaub gegeben. Obwohl Sie eigentlich einen Anspruch gehabt hätten. Weil Sie im rosa Einhornwunderland leben, was den Urlaub betrifft, überlegen Sie scharfsinnig und mit Ihren Anwälten folgendes: Wer einen Anspruch hat, muss sich auch durchsetzen können! Also:

2008 hätten Sie von Herr Fies 29 Tage bekommen sollen, aber keinen gekriegt.

2008 haben Sie von Nett 21 Tage Urlaub bekommen ...

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