60 Arbeitstage Urlaub im Jahr? Nicht mit dem BAG!

20 Arbeitstage Urlaub pro Jahr im Fall einer 5-Tage-Woche – klar, das gibt das Gesetz vor. Viele Arbeitnehmer sind heutzutage auch an 30 Arbeitstage Urlaub pro Jahr gewöhnt. Aber gleich 60 Arbeitstage? Sicherlich ein Traum vieler Arbeitnehmer – regelmäßig wird dies mit dem Arbeitgeber aber nicht zu verhandeln sein. Gibt es aber zumindest im Fall eines (durch unwirksame Kündigung entstandenen) „Doppelarbeitsverhältnisses“ Chancen auf „Verdoppelung“ des Jahresurlaubs?

Dass dem Arbeitnehmer im Fall eines Arbeitgeberwechsels während des Kalenderjahres grundsätzlich kein doppelter Urlaubsanspruch gegenüber dem neuen Arbeitgeber zusteht, ist in § 6 BUrlG geregelt. Das BAG hatte jüngst (Urteil vom 21.02.2012, Az. 9 AZR 487/10, Pressemitteilung) darüber zu entscheiden, ob dies auch für den umgekehrten Fall gegenüber dem alten Arbeitgeber gilt, also z.B. dann, wenn nach einem Kündigungsrechtsstreit festgestellt ist, dass das Arbeitsverhältnis mit dem alten Arbeitgeber gar nicht aufgelöst worden ist, der Arbeitnehmer aber von seinem neuen Arbeitgeber schon Urlaub gewährt bekommen hatte.

Hintergrund war folgender: Die urlaubsbedürftige Klägerin hatte im Rahmen ihres ursprünglichen Arbeitsverhältnisses mit der Beklagten einen vertraglichen Anspruch auf 29 Arbeitstage Urlaub. Die Beklagte kündigte der Klägerin. Noch während des Kündigungsrechtsstreits ging die Klägerin ein neues Arbeitsverhältnis ein. Der neue Arbeitgeber gewährte ihr 21 Arbeitstage Urlaub im Jahr 2008. Nachdem im Kündigungsrechtsstreit die Unwirksamkeit der Kündigung der Beklagten festgestellt wurde, beantragte die Klägerin gegenüber der Beklagten für die Zeit vom 14.11.2008 bis 30.12.2008 erfolglos Urlaub ...

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