Kündigungsschutzklage des Arbeitgebers

In meinem letzten Beitrag (hier: http://stuwal.blog.de/2012/02/17/christian-wulff-einfach-fristlos-kuendigen-12811280/ ) hatte ich mich ja schon mit dem ehemaligen Bundespräsidenten als Aufhänger über die Möglichkeiten des Arbeitnehmers zur fristlosen Kündigung geäußert. Auch hatte ich erwähnt, dass mir kein Fall bekannt sei, in dem ein Arbeitgeber mal Kündigungsschutzklage gegen seinen Arbeitnehmer erhoben hätte (was natürlich für sich genommen noch nichts heißt!).

Was aber wäre, wenn mich mal ein Arbeitgeber wirklich anrufen würde, um mich mit einer solchen Klage gegen seinen Arbeitnehmer zu beauftragen (die Frage ist wirklich hypothetisch, weil das letzte Ansinnen eines Arbeitgebers, mich zu mandatieren, jahrelang her ist – ich scheine da mittlerweile einen gewissen Ruf zu genießen, der Arbeitgeber schlicht von sowas abhält; ich nehme es mal als Kompliment). Ich glaube fast, ich würde das Mandat annehmen schon aufgrund der spaßigen Fallkonstellation. Im Ergebnis müsste ich allerdings diesen Arbeitgeber schon aus haftungsgründen über diverse Dinge aufklären und eigentlich von einer Klage abraten – sie wäre nämlich wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Die wirtschaftliche Betrachtung geht schon mit § 12a Abs.1 ArbGG schon los. Danach gibt es nämlich im Verfahren des ersten Rechtszuges beim Arbeitsgericht keine Kostenerstattung – soll heißen: jeder trägt seine Kosten selber und das, was kostet, sind maßgeblich die Anwälte. Wenn ich Arbeitnehmer vertrete (also immer) ist das meistens kein großes Problem, weil die entweder rechtsschutzversichert sind oder Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben ; der Umstand der eigenen Kostentragungspflicht spielt also in meiner täglichen Praxis eine eher untergeordnete Rolle. Wenn mein Arbeitgeber hier mit seiner Kündigungsschutzklage also nicht gerade die horrenden Gebühren für eine Betriebsrechtsschutzversicherung zahlt, wird er mich selber löhnen müssen ...

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