Kein Recht auf ein gesundes Kind

Die 1981 geborene Antragstellerin ist schwanger – und möchte wissen, wie es für ihr ungeborenes Kind mit genetischen Defekten aussehen wird. Aussehen – in mehr als einer Hinsicht: Sowohl ihr Vater als auch sie selber leiden unter einem Gendefekt, der eine Augenerkrankung verursachen und zur Erblindung führen kann. Sie will, dass ihre Krankenkasse die Ungewissheit beseitigen hilft. Die aber sieht das anders. Daraufhin geht die Sache zu Gericht: Zur Feststellung, ob eine Vererbung dieses Gendefekts auf das Kind der Antragstellerin droht, beantragte die Antragstellerin, ihre Krankenkasse zu verpflichten, eine molekularbiologische Sequenzierung der DNA-Struktur ihres Vaters zu gewähren. Dass das nun bis zum Landessozialgericht ging, hat einen rechtlich problematischen und ethisch heiklen Grund: Sie machte geltend, diese Untersuchung diene letztlich dazu, die Voraussetzungen für die Vornahme einer Abtreibung zu klären.

Das Landessozialgericht hat einen entsprechenden Anspruch verneint. Die Krankenversicherung habe in erster Linie die Aufgabe, Krankenbehandlung zu gewähren, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern ...

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