Ende des Kirch-Streits mit Deutscher Bank in Sicht – Geldinstitut will offenbar 800 Millionen Euro zahlen

Rolf E. Breuer ist kein Nobody – seine Worte haben Gewicht. Ein Fernsehinterview, das er im Februar 2002 als Vorstandssprecher der Deutschen Bank der Nachrichtenagentur Bloomberg gab, ließ einmal mehr aufhorchen. „Das halte ich für relativ fraglich“, sagte Breuer damals auf die Frage, ob man dem finanziell angeschlagenen Münchner Medienunternehmer Leo Kirch helfen werde. „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

Diese Sätze des mächtigen Bankmanagers Breuer waren eiskalt, unbedacht und rücksichtslos. Denn sie trugen 2002 zur Insolvenz von Kirchs gigantischem Medienimperium bei – eine der größten Pleiten der Bundesrepublik. Dafür machte Kirch Breuers Interview verantwortlich und überzog über seine Anwälte aus der Kanzlei des CSU-Politikers Peter Gauweiler die Deutsche Bank mit Schadensersatzklagen über Schadensersatzklagen.

Die Prozessschlacht sollte viele Jahre dauern, ein Ende erlebte der im Juli 2011 im Alter von 84 Jahren gestorbene Kirch nicht. Sieben Monate nach seinem Tod gibt es nun Anzeichen für einen Schlusspunkt: Die Deutsche Bank wird aller Voraussicht nach in einem Vergleich den Erben des Ex-Milliardärs in einem Vergleich 800 Millionen Euro zahlen. Das letzte Wort ist hierüber aber noch nicht gesprochen.

Dieses sich abzeichnende Finale hätte Kirch, der in den 90er Jahren die deutsche Medienlandschaft mit dem Aufbau von privaten Fernsehsendern wie unter anderem ProSieben und Sat.1 entscheidend prägte, viel Genugtuung bereitet. Schade, dass er es nicht mehr erleben wird. Dabei war es Kirch, der einst auch als Filmproduzent wie Filmrechtehändler überaus erfolgreich agierte und gut 40 Prozent am Axel Springer Verlag hielt, nicht ums Geld gegangen. Sondern um „Kompensation für das, was Herr Breuer an unternehmerischer Leistung zerstört hat“, wie Kirch einmal sagte ...

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