Der Fall “Kachelmann” und die Folgen für die journalistische Berichterstattung

In strafrechtlicher Hinsicht ist der Fall “Kachelmann” abgeschlossen, auch wenn am Rande noch um die bislang verwehrte anonymisierte Veröffentlichung des Urteils gestritten wird. Hervorgetan hatten sich in dem Verfahren insbesondere die Medien, die die Sache mit großer Aufmerksamkeit – und starken Qualitätsunterschieden in der Artund Weise der Berichterstattung – verfolgten. Nicht alle Medien haben sich dabei mit Ruhm bekleckert.

Eine Zeitung hatte über den Inhalt einer Vernehmung Kachelmanns berichtet, deren Protokoll in der – man möchte fast sagen: “ausnahmeweise” - öffentlichen Hauptverhandlung verlesen worden war. Gegenstand der Vernehmung und der darauf beruhenden Berichterstattung sollen intime Details zu einvernehmlich ausgeübten Sexualpraktiken gewesen sein.

Das OLG Köln hat diese Berichterstattung nun mit nicht rechtskräftigem Urteil vom 14.02.2012 (Az: 15 U 123/119) untersagt. Auch in einer öffentlichen Hauptverhandlung erörterte Details dürften damit nicht grundsätzlich auch medial veröffentlicht werden, zumal von der Veröffentlichung in den Medien eine ganz andere Wirkung ausgehe als von der Erwähnung in einer öffentlichen Hauptverhandlung. Gerade auch vor dem Hintergrund des erfolgten Freispruchs und der vorherigen Unschuldsvermutung, müsse die Berichterstattung nun in besonderem Maße “zurückhaltend und ausgewogen” sein ...

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