Verbraucherzentralen, Abmahn-Abzocke und die journalistische Ungenauigkeit der Dinge

Es sind diese kleinen Ungenauigkeiten, die mich nerven. Da gibt es eine dpa-Meldung, die derzeit von vielen Medien veröffentlicht wird. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) möchte im Namen der Verbraucher die grassierende "Abmahn-Abzocke im Urheberrecht verhindern". Löblich. Grundsätzlich ist das auch alles korrekt, was in dem Artikel steht, nämlich dass § 97a Abs. 2 UrhG, der regelt, dass "in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs" höchstens 100,- Euro Anwaltskosten zu erstatten seien, leider nicht den erwünschten Effekt hatte; dass Rechteinhaber und Anwälte Abmahnungen als lukratives Geschäftsmodell entdeckt haben; dass Internetprovider nicht zu Hilfssheriffs gemacht werden dürfen, die ihre Kunden ausspähen; dass sich Rechteinhaber für ihre Klagen künftig nicht mehr die Gerichte aussuchen können sollen, die in der Praxis häufig zu ihren Gunsten entschieden haben ("fliegender Gerichtsstand") Im Grunde also alles korrekt. Fehler 1: Es geht um den Upload, nicht um den Download! Aber da steht er auch wieder, der Satz:
"Bislang verlangten Anwälte und Rechteinhaber von Anwendern, die eine Software, ein Video oder ein Musikstück unerlaubt aus dem Netz geladen haben, häufig Abmahnsummen von deutlich über 1.000 Euro."
Nein, denn es geht nicht darum, dass die geschützten Werke aus dem Netz geladen wurden. Es geht nämlich vielmehr darum, dass diese Werke im Netz angeboten wurden - wer eine Tauschbörsensoftware verwendet, lädt nämlich eben gerade nicht nur etwas herunter, sondern bietet es zeitgleich schon wieder an. Das ist auch der einer der wesentlichen Unterschiede zu den kino.to-Nutzern (siehe die Meldung von gestern), die eben "nur" konsumieren und nicht auch gleichzeitig zu Anbietern werden ...Zum vollständigen Artikel


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