Das kann man lernen!

Wenn ich meinen Mandanten Familienrecht – insbesondere Kindschaftsrecht – erkläre, bemühe ich häufig eine Metapher.

Wenn Sie aus dem Gesetz den gesamten Abschnitt Kindschaftsrecht rausreißen und an die Stelle einen gelben Post-It mit der Aufschrift:

Die Entscheidung erfolgt zum Wohle des Kindes.

einkleben würden, dann würde sich an der Rechtslage nichts ändern. Ich möchte Ihnen heute anhand einer Entscheidung zur Schulwahl des Kindes zeigen, was damit gemeint ist.

Sachverhalt:

Die miteinander verheirateten Eltern hatten sich getrennt, die Mutter war mit den gemeinsamen Kindern in einen anderen Ort gezogen und hatte dort das jüngste Kind in der Grundschule vor Ort angemeldet. Hiermit war der Vater nicht einverstanden. Er bot an, das Kind jeden Tag morgens bei der Mutter abzuholen, mit dem Auto zu der bisher besuchten Grundschule zu fahren und auch wieder nach Schulschluss zurückzubringen.

Die Mutter wandte sich daraufhin an das Familiengericht (AG) und beantragte, ihr im Eilverfahren die Entscheidungsbefugnis für die Schulwahl allein zu übertragen.

Das Urteil:

Grundsätzlich sollen die Eltern die elterliche Sorge nach § 1687 BGB gemeinsam ausüben. Doch wenn dies nicht möglich ist, dann ist zum Wohl des Kindes das Sorgerecht ggf. teilweise einem Elternteil alleine zu übertragen. Dabei kommt es nicht darauf an, aus welchem Grund sich die Eltern nicht einigen können. Ausschlaggebend ist allein, das sie sich nicht einigen können. Maßstab für die Entscheidung, welchem der beiden Elternteile die alleinige Entscheidungsbefugnis für die Frage des Schulbesuchs übertragen wird, ist das Wohl des Kindes ...

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