Hautverjüngung per Ultraschall: Zur Unabhängigkeit medizinischer Studien

Mit Wellness, Beauty und Anti-aging lässt sich trefflich Geld verdienen – entsprechend groß ist die Zahl skurriler medizinischer Apparaturen, die im Web umhergeistern. Leider haben sie (fast) alle einen Nachteil: Sie bieten nicht das, was die Anbieter versprechen. Das ist deshalb schade, weil im Werberecht für derlei Gerätschaften ganz besondere Regeln gelten; insbesondere hat der Nachweis der Wirksamkeit durch unabhängige Studien zu erfolgen. Ein durchaus umstrittenes Urteil des OLG Karlsruhe befasst sich nun mit dem Anbieter eines „Medical Spa“, der gegen diese Regeln in bislang wohl unerreichter Weise verstoßen hat (vgl. OLG Karlsruhe, Urt. v. 23.11.2011, Az. 6 U 93/11).

Beim Medical Spa handelt es sich um ein Gerät, das mittels Ultraschall auf die Kollagenschicht der Haut einwirken soll und so angeblich das Hautbild verjüngen kann. In der Werbung tauchten u.a. diese Vorzüge auf:

„Die Kollagenfasern werden dadurch gestrafft und räumlich angeordnet, die körpereigene Kollagenbildung stimuliert und Kollagenabbau reduziert.“ „Die Uhr der permanenten Hautalterung wird mit jeder Behandlung sozusagen ein Stück zurückgedreht.“ „Faltenreduktion“, „Hautverjüngung“, „Bindegewebsstraffung“ „Schneller sichtbarer Erfolg.“

Ein Konkurrent ging gegen diese Werbung gerichtlich vor – mit dem durchaus nachvollziehbaren Argument, das Altern der Haut beginne mit der Geburt und ende mit dem Tod und könne in der Zwischenzeit keinen einzigen Tag aufgehalten oder gar zurückgedreht werden. Die Sache landete schlussendlich vor dem OLG Karlsruhe, und dort waren die Richter offensichtlich nicht sehr angetan von den Verheißungen der Werbung. Schließlich wird der Verbraucher zwar nicht wirklich davon ausgehen, dass die Haut „jünger“ wird, aber er wird bestimmte Erwartungen hinsichtlich der Wirkung auf das Hautbild haben (vgl. OLG Karlsruhe, Urt. v. 23.11.2011, Az ...

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