“Pommes d’Or” – Fritten als Kunst? OLG München bejaht Schadensersatzanspruch des Künstlers Bohnenberger

Von Fritten und Fettecken

Die Kunst stellt das Recht immer wieder vor Herausforderungen. Erst kürzlich haben wir über die zivilrechtlichen Probleme berichtet, die entstehen, wenn eine Putzfrau unachtsam eine Installation die Künstlers Kippenberger beseitigt, die den klangvollen Namen “Wenns anfängt durch die Decke zu tropfen” trug (s. hier). Dieser skurrile Fall erinnert gleich an den Klassiker: die Fettecke.

Nun gibt es einen weiteren, vom OLG München entschiedenen Fall (Az.: 23 U 2198/11), bei dem mal wieder ein Kunstwerk verschwunden war. Diesmal geht es um das Kunstwerk “Pommes d’Or” von Bohnenberger. Dieses ist ein Kreuz aus zwei goldenen Pommes und ergänzend hatte das Museum auch zwei unvergoldete Fritten, die Vorlage für das Goldkreuz waren (“Objekt Nr. 46″). Diese zwei unvergoldeten Fritten sind nun futsch und Bohnenberger hat prompt auf Schadensersatz geklagt. Zu Recht, wie nun das OLG München befand.

Ist das Kunst?

Im Spiegel stellt Benjamin Schulz die – nicht ganz unberechtigte – Frage: “Ist das Kunst – oder kann das weg?” Als Jurist ist man da verfassungrechtlich zur Toleranz gezwungen: Die Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) wird vom BVerfG und der hL seit jeher sehr großzügig interpretiert. Die gängigen definitorischen Annäherungen sollen daher noch einmal abschließend in Erinnerung gerufen werden. Kunst i.S.d. GG liegt vor, wenn ein Werk (alternativ!) dem formalen, materiellen oder offenen Kunstbegriff unterfällt ...

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