Wenn das Kind den Aufenthalt wechselt, wird seine Unterhaltsklage unzulässig

Nach der Scheidung verblieb es hinsichtlich der 1994 geborenen Tochter bei der gemeinsamen elterlichen Sorge. Die Tochter lebte zunächst beim Vater.

Im Jahr 2010 verklagte die Tochter (vertreten durch den Vater) die Mutter auf Zahlung von Kindesunterhalt.

Am 01.02.2011 verzog die Tochter zu ihrer Mutter.

Gleichwohl wurde das Verfahren weiter geführt, am 29.03.2011 mündlich verhandelt und die Mutter zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet.

Die Beschwerde der Mutter hatte Erfolg. Die Anträge der Tochter hätten als unzulässig abgewiesen werden müssen.

Als Minderjährige war die Tochter nicht verfahrensfähig und benötigte gemäß §§ 113 FamFG, 51 ZPO, 107, 107 BGB eines gesetzlichen Vertreters zur Führung des Verfahrens. Dies war - trotz gemeinsamer elterlicher Sorge - zunächst gemäß § 1629 II 2 BGB allein der Vater.

Jedoch ist diese Befugnis des Vaters mit dem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthalts der Tochter zur Mutter entfallen, und zwar rückwirkend auch hinsichtlich der Unterhaltsansprüche, die bis zu diesem Zeitpunkt geltend gemacht worden sind.

Dem (rückwirkenden) Wegfall der rechtlichen Vertretung steht nicht entgegen, dass die Antragstellerin bis zum 31.1.2011 anwaltlich vertreten war.

Zwar wird gem. § 113 FamFG i. V. m ...

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