Tücken bei der Befristung von Arbeitsverträgen

Tücken bei der Befristung von Arbeitsverträgen

Der EuGH hat sich in seinem Urteil vom 26.01.2012 mit der Frage beschäftigt, ob wiederkehrender Vertretungsbedarf eine wiederholte Befristung eines Arbeitsvertrages rechtfertigt. Die dortige Klägerin war über einen Zeitraum von 11 Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber ohne Unterbrechung beschäftigt. Die Befristung wurde in insgesamt 13 Verträgen damit begründet, dass Vertretungsbedarf für einen unbefristet beschäftigten Mitarbeiter bestehen würde. Der EuGH hält derartige "Kettenarbeitsverträge" somit grundsätzlich für zulässig. Die wiederholte Verlängerung befristeter Arbeitsverträge kann nach Auffassung der Richter des EuGH auch dann durch einen Vertretungsbedarf gerechtfertigt sein, wenn sich dieser Bedarf als wiederkehrend oder sogar als ständig erweist.

Es sei an dieser Stelle ausdrücklich davor gewarnt, in dem Urteil des EuGH vom 26.01.2012 einen Freibrief für wiederholte Befristungen zu sehen. Wir nehmen dieses Urteil zum Anlaß noch einmal kurz auf die besonderen Tücken des Befristungsrechtes und auf weitere aktuelle Rechtsprechung hierzu hinzuweisen.

(1) Das Urteil betrifft lediglich die Fälle, in denen die Befristung gemäß § 14 Abs. 1 TzBfG mit einem Sachgrund (z.B. Vertretung bei Krankheit, Elternzeit etc.) erfolgt. Für eine sachgrundlose Befristung gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG gelten auch weiterhin folgende Obergrenzen:

- Befristung bis zur Gesamtdauer von 2 Jahren - höchstens dreimalige Verlängerung.

(2) Die Befristungsvereinbarung muß schriftlich erfolgen und vor Arbeitsaufnahme unterschrieben sein. Gleiches gilt für jede Verlängerung. Diese muß spätestens am letzten Tag der vorangegangenen Befristung (z.B. der 31.01.2012) von beiden Seiten unterschrieben sein, wenn die Verlängerung ab dem Folgetag (01.02.2012) gelten soll ...

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