Rechtsanwältin Runge von Buback-Vertretung entbunden

Für Familie Buback ist es immerhin ein Teilerfolg: Nach monatelangen Diskussionen um die Anwälte der Nebenklage im Verfahren gegen Verena Becker hat der 6. Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart gestern Rechtsanwältin Runge (Hofheim) als Nebenklagevertreterin entbunden. Sie war für die Witwe des ermordeten Generalbundesanwalts beigeordnet – die wiederum aus gesundheitlichen Gründen durch ihre Schwiegertochter Elisabeth Buback vertreten wird. Als neuer Nebenklagevertreter wurde Rechtsanwalt Jens Rabe (Waiblingen) beigeordnet.

Der Senat entschied, dass nach “permanenter Prüfung” seit dem Spätherbst nunmehr die Voraussetzungen für eine Entbindung von Rechtsanwältin Runge vorliegen würden. Im November hatte das Gericht es noch anders entschieden, doch Runge sei seitdem weder an einem Hauptverhandlungstag anwesend gewesen, noch habe sie für ihre Abwesenheit Gründe dargelegt.

Rechtsanwalt Ulrich Endres, den das Gericht Michael Buback beigeordnet hat, bleibt dagegen gegen den Willen seines Mandanten Nebenklagevertreter. Offenbar sieht das Gericht weiterhin keinen Grund, seine Beiordnung aufzuheben, da Michael Buback aus Sicht der Richter keine gewichtigen Gründe für eine Aufhebung darlegt hat und Endres zwischenzeitlich erklärt hatte, er werde nötigenfalls immer erscheinen (und Ende Janaur auch erschien).

Was nach einem bürokratischen Kleinkrieg aussieht – und von Michael Buback unterschwellig als eine Art Behinderung seiner Nebenklageposition dargestellt wird, hat einen handfesten Unterbau: Es geht um ein (relativ neues) Angebot des Staates, Opfer von schweren Straftaten durch die Beistellung eines Rechtsanwalts bedingungslos zu unterstützen – und damit geht es indirekt auch um sehr viel Geld ...

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