Hinterbliebenenrente auch nach passiver Sterbehilfe

Unterbrechen Angehörige bei einem Wachkomapatienten lebenserhaltende Maßnahmen, können sie nach dessen Tod von der gesetzlichen Unfallversicherung trotzdem eine Hinterbliebenenrente und Sterbegeld erhalten. Der Patient muss allerdings wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit in ein Wachkoma gefallen sein und in einem solchen Fall zuvor eine passive Sterbehilfe befürwortet haben, entschied das Sozialgericht Berlin in einem am Montag, 06.02.2012 veröffentlichten Urteil (AZ: S 25 U 216/11).

Im konkreten Rechtsstreit hatte eine Witwe für den Tod ihres verstorbenen Mannes eine Hinterbliebenenrente sowie Sterbegeld von der gesetzlichen Unfallversicherung gefordert. Ihr Mann habe nach einem Arbeitsunfall am 07.06.2006 schwerste Verletzungen erlitten. Neben der Lähmung von Armen und Beinen sei er auch noch in ein Wachkoma gefallen. Auch zwei Jahre intensiver Therapien hätten an dem Zustand ihres verstorbenen Mannes nichts geändert.

Da eine Besserung nicht in Sicht war, hatte die Ehefrau zusammen mit ihren drei Söhnen sich entschlossen, die lebenserhaltenden Maßnahmen bei dem Patienten zu beenden. Sie durchtrennten dazu dessen Magensonde, welche die Ernährung des Mannes sicherstellte ...

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