Die Akte Gorilla: Massenproteste nach Korruptionsenthüllungen in der Slowakei

6000 Demonstranten protestierten am Freitag trotz klirrender Temperaturen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava gegen Korruption. Die Demonstranten fordern den Rücktritt dreier Minister; die Polizei setzt Wasserwerfer ein.

Bürgerinitiativen fordern nun die sofortige Abberufung des damaligen christdemokratischen Premierministers Mikulas Dzurinda, der in der derzeitigen Regierung das Amt des Außenministers bekleidet. Auch der damalige und heutige Finanzminister Ivan Miklos, der als neoliberal gilt und die Slowakei mit der Einführung einer “Flat Tax” zu einem vieldiskutierten Modell machte, soll nach dem Willen der Demonstranten gehen, ebenso Vizepremier Rudolf Chmel, die sich die Aussöhnung zwischen Slowaken und Ungarn auf die Fahnen geheftet hat. Sie alle stehen im Verdacht, in Korruption involviert zu sein.

Bei dem Korruptionsskandal “Gorilla”, der die slowakische Öffentlichkeit seit Weihnachten erschüttert, geht es um die slowakische Investorengruppe Penta, die in den Jahren 2005 und 2006 beim Konsortium TwoOne gemeinsam mit dem Flughafen Wien und der Raiffeisen Zentralbank um die Privatisierung des Flughafens in Bratislava mitbot. Penta soll Auswahl und Tätigkeit des Privatisierungsberaters manipuliert und außerdem fünf der neun Mitglieder der Privatisierungskommission sowie den damaligen Verkehrsminister Pavol Prokopovic bestochen haben.

Das lässt sich in der Akte “Gorilla” nachlesen, die in den Jahren 2005 und 2006 vom Slowakischen Geheimdienst SIS angelegt wurde, wie Innenminister Daniel Lipsic vor kurzem bestätigte ...

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