Noch eine Schlamperei des Gesetzgebers beim Umweltrechtsbehelf?

Einmal ist keinmal. Der EuGH ist erneut dazu aufgerufen, die Vorschriften des Umweltrechtsbehelfsgesetzes (UmwRG) auf ihre Übereinstimmung mit den europarechtlichen Vorgaben zu überprüfen.

Möglicherweise bekommt der deutsche Gesetzgeber also in Sachen Umweltrechtsbehelf zum zweiten Mal Nachhilfe. Die erste Nachhilfestunde hatte der EuGH bereits mit seinem Urteil vom 12.05.2011 erteilt („Trianel Kohlekraftwerk Lünen“ – Rs. C-115/09). Damals hatte er festgestellt, dass § 2 UmwRG teilweise gegen die maßgeblichen europäischen Richtlinien verstößt – wir hatten hier und hier berichtet.

Worum geht es dieses Mal? Im Wesentlichen um § 4 UmwRG.

Nach dieser Vorschrift kann eine behördliche Genehmigung von betroffenen Dritten oder Umweltverbänden nur dann mit Erfolg angegriffen werden, wenn eine erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) oder UVP-Vorprüfung gar nicht durchgeführt worden ist. Mängel bei der Durchführung einer solchen Prüfung können nicht zur Aufhebung einer Genehmigung führen. Mehrere Obergerichte hatten in der Vergangenheit folgerichtig auf dieser Grundlage Klagen abgewiesen, die sich auf eine bloß fehlerhafte Durchführung der UVP bzw. der Vorprüfung berufen hatten.

Das Bundesverwaltungsgericht zweifelt nun daran, dass diese deutsche Rechtslage mit den europarechtlichen Vorgaben vereinbar ist. Mit seinem am 03.02 ...

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