LG Köln: Twitter-Veröffentlichung von Bildern eines Journalisten rechtswidrig

Die Verbreitung von Bildnissen eines Fotojournalisten bei der Arbeit auf der Internetplattform Twitter ohne dessen Einwilligung ist unzulässig. Die grundrechtlich geschützte Pressefreiheit setzt zwingend voraus, dass eine ungestörte Recherche und Informationsbeschaffung gewährleistet ist (LG Köln, Urt. v. 11.01.2012 - Az.: 28 O 627/11).

Der Beklagte, ein bekannter Fernseh-Moderator, war in der Vergangenheit wegen des Vorwurfs der schweren Vergewaltigung angeklagt und freigesprochen worden.

Am Tag der Urteilsverkündung war der Kläger, ein Journalist und Fotograf, in den Heimatort des Beklagten gefahren, um dort die Reaktionen auf den Freispruch einzufangen.

Als sich der Kläger in der Nähe des Wohnhauses des Beklagten aufhielt, fertigte die Vermieterin des Beklagten von ihm Fotografien an, welche der Beklagte auf Twitter mit der Kommentierung "lichtscheues Gesindel", das "Pack" u.ä. veröffentlichte.

Die Kölner Richter sahen darin eine Rechtsverletzung. Der Kläger nahm den Beklagten auf Unterlassung in Anspruch.

Das Interesse des Journalisten überwiege im konkreten Fall. Denn der Kläger sei in der Öffentlichkeit gänzlich unbekannt und habe sich in der Vergangenheit insbesondere nicht an der öffentlichen Debatte um die Medienberichterstattung über den Beklagten beteiligt ...

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