Neueinstellung und Eignung für Schwerbehinderung - Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates

Kollegin Groll weist bei RECHTHABER.com (hier: http://www.rechthaber.com/jede-firma-muss-bei-neubesetzung-von-arbeitsplaetzen-eignung-fuer-schwerbehinderte-pruefen/ ) zu Recht darauf hin, dass vor jeder Neueinstellung zu prüfen ist, ob die zu besetzende Stelle auch durch einen Schwerbehinderten besetzt werden kann. Erfolgt dies nicht, so kann das dazu führen, dass die nicht erfolgte Prüfung ein Indiz für eine Diskriminierung Schwerbehinderter darstellt und zu Entschädigungsansprüchen schwerbehinderter nicht eigestellter Bewerber führen. Kollegin Groll berichtet hierbei von der jüngsten Rechtsprechung des BAG (Urteil vom 13. Oktober 2011 - 8 AZR 608/10), wonach diese Verpflichtung ausnahmslos jeden Arbeitgeber trifft und zwar unabhängig von der Betriebsgröße und der Tatsache, ob sich überhaupt ein Schwerbehinderter beworben bzw. seine Schwerbehinderung offenbart hat.

In Betrieben mit mehr als 20 Arbeitnehmern kommt dieser Frage auch dem Betriebsrat eine besondere Bedeutung zu. Dann nämlich ist dieser gemäß § 99 Abs.1 BetrVG bei Neueinstellungen zu beteiligen. Ausweislich der Regelung in § 99 Abs.2 Nr.1 BetrVG kann der BR seine Zustimmung zu der personellen Einzelmaßnahme insbesondere dann verweigern, wenn die personelle Maßnahme gegen ein Gesetz, eine Verordnung, eine Unfallverhütungsvorschrift oder gegen eine Bestimmung in einem Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung oder gegen eine gerichtliche Entscheidung oder eine behördliche Anordnung verstoßen würde. Das wäre hier der Fall, wenn eine Neueinstellung erfolgen sollte, ohne vorher eine Prüfung der Behinderteneignung der Stelle durchzuführen.

Noch schöner ist es, wenn der Arbeitgeber eigene Auswahlrichtlinien erlassen will. Diese sind aus § 95 Abs ...

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