Religion ist Filesharing für das Volk

Glosse zu einem Artikel in der „Zeit Online“: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-01/filesharing-schweden-religion

Gott ist eine Tauschbörse: In Schweden gelten die sogenannten „Kopimisten“ nun offiziell als religiöse Glaubensgemeinschaft. Was wie ein Scherz klingt, ist Ernst; denn die zuständigen Behörden haben dies abgesegnet. Die „Kirche der Kopimisten“ sieht Informationen als Heiligtümer an, deren Vervielfältigung offenbar die Erlösung von profanen Sünden bringt.

Also gut möglich, dass es unseren vorerst gescheiterten Ex-Verteidigungsminister demnächst nach Skandinavien verschlägt. Dort wird er entweder als Heiland verehrt – oder als deutscher Fußball-Rekordnationalspieler verachtet.

Wer hierzulande damit liebäugelt zu konvertieren und meint, er könne dann Wasser in Wein verwandeln, sollte besser aufpassen, dass er nicht hinter schwedischen Gardinen landet. Spätestens dort holt die Realität den Gläubigen zurück auf den Boden der juristischen Tatsachen. Und dieser Boden ist in Deutschland sehr hart.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Gründer der außergewöhnlichen Gemeinschaft ist ein 19-jähriger Student namens Isak Gerson. Er studiert in Uppsala Philosophie, ist Mitglied der „Piratenpartei“ und möchte seinem Glauben „ohne Angst vor Verfolgung“ nachgehen. Okay, eine Neuauflage der Kreuzzüge braucht er wohl nicht zu befürchten. Dann wohl eher die ein oder andere Hausdurchsuchung. Oder wird doch alles viel schlimmer?

Bahnt sich nun etwa ein neuer „Heiliger Krieg“ an? Gutgesinnte „Filesharer“, die an die Kraft des kollektiven Kopierens glauben, gegen teuflische Abmahn-Anwälte, die auf die Macht des lieben Geldes vertrauen und beten, dass sie noch mehr davon bekommen? Man weiß es nicht ...

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