Von wegen versteigert …

Ende letzten Jahres ging das Thema „Kanzlei verkauft Abmahnforderungen“ durchs Netz: . http://conlegi.de/?p=3051. Inzwischen macht das Inkassounternehmen Debcon GmbH Forderungen aus Abmahnungen der Kanzlei Urmann und Collegen (U+C) geltend. Wie zu erwarten heißt es jetzt, Debcon habe die Forderungen gekauft. Tatsächlich spricht die Gestaltung der Debcon-Schreiben allerdings dagegen. Man bezieht sich ausdrücklich auf die zuvor von U+C vertretene Gläubigerin, so daß ein Gläubigerwechsel gerade nicht stattgefunden hat, sondern lediglich die Bearbeitung von der Anwaltskanzlei auf das Inkassounternehmen überging. Soweit es sich um bestrittene Forderungen handelt, ist dieser Wechsel auf den ersten Blick sinnfrei: Inkassounternehmen dürfen zwar bis zum gerichtlichen Mahnverfahren tätig werden, wenn dagegen aber Widerspruch erhoben wird (was bei bestrittenen Forderungen der Regelfall sein dürfte), geht die Sache wieder zum Anwalt. Auf den zweiten Blick entpuppt sich aber der versteckte Charme dieses Vorgehens: da das Inkassounternehmen nicht an anwaltliches Berufsrecht gebunden ist, schreibt es auch die anwaltlich vertretenen Abgemahnten direkt an. Einem Anwalt wäre das aufgrund des Umgehungsverbots untersagt. Durch die überraschende direkte Post wird ein gewisser Teil der Abgemahnten verunsichert sein und selbst reagieren, statt sich an den eigenen Anwalt zu wenden. Andere werden aus Angst vor einem Schufa-Eintrag zahlen oder zumindest verhandeln ...

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