Sind Internet-Geschicklichkeitsspiele mit Teilnahmeentgelt über 50-Cent rechtswidrig?

Diese Frage hat immerhin das VG Münster im Beschluss vom 14.06.2010 bejaht. Folgte man dieser Rechtsansicht, so wären die praktischen Konsequenzen erheblich, dass sich die meisten Quiz-Gewinnspiele oder sonstigen Geschicklichkeitsspiele nur schwer finanzieren ließen.

Allerdings scheint der Wortlaut des § 8a Abs. 1 S. 6 1. Hs RStV dem VG Münster zunächst Recht zu geben. Denn danach "darf für die Teilnahme" an einem Gewinnspiel (im Rundfunk oder in vergleichbaren Telemedien) nur ein Entgelt bis zu 0,50 Euro verlangt werden".

Fraglich ist aber, ob aus dem Normwortlaut der Umkehrschluss gezogen werden kann, dass alle Online-Gewinnspiele mit höherem Teilnahmeentgelt generell unzulässig sein sollen. Die Rechtsliteratur lehnt dies überwiegend ab (vgl. z.B. Bolay, ZfWG 2010, 88 ff.; Lober, MMR 2010, 295, 297).

Dem ist meines Erachtens zuzustimmen, da § 8a Abs. 1 S. 6 RStV gerade keine einschränkende Eingriffsnorm für Geschicklichkeitsspiele in Telemedien darstellt, sondern nur die positive Aussage statuiert, dass jedenfalls Gewinnspiele unterhalb einer Entgeltgrenze von 0,50 Euro stets und ohne weitere Voraussetzungen zulässig sind.

Diese Auslegung wird auch aus den Gesetzesmaterialien zu § 8a Abs. 1 S. 5 RStV deutlich, wonach die Vorschrift nur „klarstellen“ soll, dass Gewinnspielsendungen und Gewinnspiele im Fernsehen und im Hörfunk stets „zulässig sind, wenn nur ein Entgelt von bis zu 0,50 € einschließlich gesetzlich geltender Mehrwertsteuer verlangt wird“ (Bayer. LT-Drs. 15/9667, S. 15) ...

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