Gelbes Elend: Rechtsanwälte und ihre eigenwilligen Vorstellungen vom Arbeitsrecht

Das ist kein Vorhalt an irgendeinen Leser dieses Textes. Sie (falls Sie ein Kollege/ eine Kollegin sind) sind nicht – und selbstverständlich ist auch unsere Kanzlei nicht – gemeint.

„Rechtsanwälte sind völlig irre Arbeitgeber!“ – den Satz hat mir eine befreundete Arbeitsrichterin schon vor urdenklichen Zeiten unter die Nase gerieben, weil sie damals eine Kammer für die „freien Berufe“ hatte. Fairerweise fielen ihr auf Nachfrage noch Steuerberater (ätsch) und – Zahnärzte ein, die dasselbe (niedrige) Niveau hätten. Sie seien, so der Vorwurf, unfair, völlig uneinsichtig und teilweise strukturell unfähig, sich an die einfachsten Regeln zu halten (oder sie zu akzeptieren), gleichzeitig aber – wie zum Ausgleich – auch bei Kleinigkeiten praktisch kompromissunfähig.

Die harsche Kritik wunderte mich damals, weil sie mit einem Rechtsanwalt verheiratet ist, aber gut – nach all den Jahren und vielen Vertretungen bei Gericht kann ich das im Ansatz leider nachvollziehen. Der (von mir vertretene) Steuerberater, der den Vergleich (1 Monatsgehalt Abfindung) nach 21 Jahren Zusammenarbeit wiederrief, weil er das nicht „einsehe“, hat mich nachhaltig beeindruckt. Auch wir sind ja schon auf den einen oder anderen Kollegen gestoßen, der das Arbeitsrecht so gar nicht liebt (wenn es die eigenen Mitarbeiter betrifft). Vielleicht sollte sich mancher auch über die Abschaffung der Sklaverei informieren.

Sie müssen sich das hier nur durchlesen, weil es wieder eine Anwaltskanzlei übertrieben hat, in Frankfurt natürlich (höchstes Anwaltseinkommen in Deutschland, so das Vorurteil). Diese Nachricht wäre uns beinahe durchgerutscht (dem Betriebsratsblog, den ich gerne lese, weil und obwohl er sozusagen auf der anderen Seite steht, dem ist das nicht entgangen). Das Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt/Main (7 Ca 1549/11) ist leider (noch?) nicht in der Datenbank aufgetaucht. Wir müssen daher ein wenig zusammenreimen, was die Presse so schreibt ...

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