Urlaubs-Kaiser

„Wir sind Kaiser“ dürfen wir Österreicher zu Recht behaupten, wenn es ums Thema Urlaub geht. Mit 5 Wochen Kollektivvertrags-Chillen plus 12 (in Worten: zwölf!!!) Feiertagen schafft es der durchschnittliche einheimische Werktätige, seinem Arbeitsplatz knapp siebeneinhalb Wochen fern zu sein. Bezahlt wird er, kaiserlich (13. und 14. Gehalt), als wäre er 60 Wochen in der Hacke. Es ist geradezu rührend, wie Bundeskanzler und Vizekanzler noch vor Jahreswende „an einem geheimen Ort“ zusammentrafen, um ihre Zinnsoldaten auszupacken. Das herzige Gefecht, das sie auf dem Filzbelag eines Hoteltisches austrugen, stand unter dem Motto „Je mehr Steuern du erfindest umso mehr Einsparungen hau ich dir um die Ohren“. Wie schön wäre es doch gewesen, hätte Onkel Tassilo mit seinem „Sparefroh“ dabei sein können. Er und seine Giebelkreuzer hatten uns kleinen Schülern immer gerne erklärt, dass der Weg ins Paradies über die prall gefüllte Sparbüchse führt. Eine Botschaft, die in vielen Jahren sozialdemokratischen Regierens aus den Schulen und aus dem Sinn verschwunden ist. Kalender 2012 Hätten die beiden Geheimverhandler den Kalender 2012 zu Rate gezogen und Seite 25 des „Format“ (50/2011) gelesen, wäre ihnen klar jenes Einsparungspotential vor Augen gestanden, das sämtliche Einsparungskleckereien in den ewigen Schatten stellt: Österreichs Feiertage. Die Griechen, dem Ausruhen unter dem Olivenbaum traditionell sehr zugetan, machen seltener feiertagsblau als wir! Der Italiener, dem gerade hierzulande kein besonders inniges Verhältnis zur Arbeit nachgesagt wird, schaut neidvoll in Richtung Alpen, wo man es in Sachen Feiertagen krachen lässt wie in keinem anderen Staat der Welt! Wir sind nicht nur Kaiser, wir sind Weltmeister! Jedenfalls im Nicht-Arbeiten ...Zum vollständigen Artikel

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