50+1 und der Einfluss von Einzelpersonen

Welchen Einfluss dürfen Einzelaktionäre im Fußball haben? In den letzten Jahren spielte dies in Hoffenheim immer wieder eine Rolle, wo Dietmar Hopp 49 Prozent aller stimmberechtigten Anteile gehören, das Kapital der Betreibergesellschaft des TSG 1899 Hoffenheim aber zu 96 Prozent von Dietmar Hopp gestellt wird. Nach der sogenannten „50+1 Regel“ (§ 16c Abs. 2 Satzung DFB) ist dies erlaubt, weil einfach gesagt Stimmenmehrheit verboten ist. Erlaubt ist aber die Mehrheit des Kapitals als privater Investor beizusteuern. Damit wird zwar sichergestellt, dass der Investor keine Stimmenmehrheit hat, finanziell abhängiger Einfluss durch Privatpersonen wird damit nicht vermieden. Ähnliche Problematik spielt sich seit letztem Sommer bei 1860 München ab. Dort war im Sommer Hasan Ismaik als erster ausländischer Investor in Deutschland eingestiegen um den Verein vor der sicheren Insolvenz zu retten. Ismaik pumpte 18 Millionen in den Verein, im Gegenzug gab es 49 Prozent aller stimmberechtigten Anteile. Dazu gab es noch 11% stimmenlose Anteile. Da diese “stimmlos” sind, verstößt dies auch nicht gegen die 50+1-Regel der DFL. Zweck der 50+1 Regel ist es aber eigentlich die Abhängigkeit eines Vereins von Privatinvestoren möglichst gering zu halten. Zum Schutz auch gerade der kleineren Vereine soll verhindert werden, dass es zu einem „Kommen und Gehen“ der Investoren kommt. Hat der Investor kein Geld mehr, steht die Existenz des Vereins auf dem Spiel.

Genau das passiert aber jetzt bei 1860 München. Seit Monaten herrscht dort ein Machtkampf zwischen Präsident Dieter Schneider und Investor Ismaik. In der letzten Woche spitzte sich die Situation zu: Iraki, rechte Hand von Ismaik in München und wie Ismaik selbst im Aufsichtsrat, soll angeblich die anderen Mitglieder des Aufsichtsrat, der übrigens bewusst als Voraussetzung zum Antritt Ismaiks verkleinert wurde um mehr Einfluss zu haben, aufgefordert haben den Präsidenten zu stürzen ...

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