ja, ja, die objektivste Behörde der Welt

Wieder mal - wie so oft - eine Strafverhandlung mit einem Vertreter der Staatsgewalt in schwarzer Robe, genannt und bezeichnet als Staatsanwalt. Und wieder mal ist Herr Staatsanwalt der Ansicht, er müsse einer Schulklasse im Zuschauerraum erklären, was richtig und falsch ist. Obschon mir Herr Staatsanwalt sympathisch ist (ja, auch das räume ich geständig ein), einige Beispiele der Fehlansichten: 1. die Öffentlichkeit muss immer dann aufstehen, wenn der Richter auch aufsteht. Das ist unrichtig. Die Öffentlichkeit als auch die anderen Verfahrensbeteiligten müssen nur in folgenden Situationen aufstehen und dem Gericht hiermit Respekt erweisen: a. Aufruf der Sache; das Gericht betritt den Saal. b. Urteilsverkündung. Ansonsten muss man nicht aufstehen, was nicht heißt, dass man nicht aufstehen darf. Der Gruppen- und Nachahmungszwang ist gewiss hoch, aber es gibt eben keine Pflicht und es ist auch für einen Verteidiger nicht "ungebührliches Verhalten". Mir liegt da eine höchstrichterliche Entscheidung vor... . 2. die Staatsanwaltschaft sei bekanntermaßen "die objektivste Behörde der Welt". Nein. Das Zitat ist zweckentfremdet und schlicht unrichtig. Schicht Sinnverzerrt. Das Zitat geht auf Franz von Liszt zurück, der mal - ewig her - sagte:
"[...] die Parteistellung der Staatsanwaltschaft ist durch unsere Prozessordnung besonders verdunkelt worden. Durch die Aufstellung des Legalitätsprinzip, durch die dem Staatsanwalt auferlegte Verpflichtung in gleicher Weise Entlastungs- wie Belastungmomente zu prüfen, könnte ein bloßer Civiljurist [.. ...
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