Zentrales Testamentsregister hat zum 01.01.2012 seinen Betrieb aufgenommen

Rechtsanwalt Claas Thien, Fachanwalt für Erbrecht

Falls Ihnen die gesetzliche Erbfolge nicht passt, ist die Errichtung eines Testamentes zwingend erforderlich. Sie können familienfremde Dritte zu Erben einsetzen und somit beispielsweise die eigenen Abkömmlinge ohne Begründung enterben, Vermächtnisse oder Auflagen anordnen oder einen Testamentsvollstrecker benennen. Damit Ihr „letzter Wille“ Wirksamkeit entfaltet, ist es ratsam, Ihr Testament in amtliche Verwahrung zu geben und nicht im Kleiderschrank aufzubewahren. Zuständig ist weiterhin das Amtsgericht (Nachlassgericht).

Mit der Verordnung zur Errichtung und Führung des Zentralen Testamentsregisters (ZTRV) hat der Gesetzgeber das Benachrichtigungswesen umfassend reformiert. Das Testamentsregister wird von der Bundesnotarkammer geführt. Registerpflichtig sind alle erbfolgerelevanten Urkunden, somit: notarielle und handschriftliche in amtliche Verwahrung gegebene (gemeinschaftliche) Testamente, Erbverträge sowie beispielsweise Erbverzichtsverträge oder Rücktrittserklärungen von einem Erbvertrag (vgl. § 78b BNotO). Falls Sie Ihr handschriftliches Testament beim Amtsgericht verwahren möchten, müssen Sie gemäß § 1 ZTRV folgende Verwahrangaben mitteilen: Familienname, Geburtsname, sämtliche Vornamen, Geschlecht, Geburtsort, Ort und Staat der Geburt sowie Geburtsstandesamt und Geburtenregisternummer, wenn die Geburt im Inland beurkundet wurde. Des Weiteren sind u. a. anzugeben die Art der erbfolgerelevanten Urkunde, das Datum der Errichtung der Urkunde, Bezeichnung und Anschrift der Verwahrstelle sowie die vom Zentralen Testamentsregister anlässlich der Registrierung vergebene Verwahrnummer bzw ...

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