Das neue europäische Kaufrecht – Sekt oder Selters für den Mittelstand?

Die deutschen Juristen werden Augen machen – müssen sie sich doch wohl mittelfristig von „ihrem“ Kaufrecht aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verabschieden:

Am 11.10.2011 hat die Europäische Kommission nach mehr als zehnjährigen Vorarbeiten den Entwurf eines Gemeinsamen Europäischen Kaufrechts (GEK) vorgelegt. Es ist davon auszugehen, dass es noch in 2012 in Kraft treten soll und dann in jedem EU-Mitgliedstaat anzuwenden ist. Auf den ersten Blick scheint ein für alle EU-Mitgliedsstaaten einheitliches Kaufrecht tatsächlich vorteilhaft zu sein: Unternehmer können in sämtliche EU-Staaten unter den selben rechtlichen Vorgaben exportieren. Dadurch sinken die bei einem grenzüberschreitenden Warenaustausch anfallenden Kosten und vorher bestehende Rechtsunsicherheiten werden ausgeräumt. Aber welche konkreten Änderungen bringt dieses neue europäische Kaufrecht?

A. Wesentliche inhaltliche Neuerungen durch das GEK

Inhaltlich ähnelt das GEK der deutschen Regelung: Sobald der Verkäufer ein fehlerhaftes Produkt liefert, kann der Käufer verschiedene Rechte geltend machen. Weiter enthält das Gesetz viele Regelungen zum Schutz von Verbrauchern, die bei Verträgen zwischen Unternehmern nicht gelten.

Kann sich der Unternehmer also zurücklehnen, getreu dem Motto: „Alter Wein in neuen Schläuchen“? Leider nein, weil das Gesetz u.a ...

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