Rollnik sagt aus – und die Verteidigung spielt erste Karten

Es war seit längerer Zeit mal wieder ein richtig interessanter Tag im “Buback-Prozess” gegen Verena Becker. Jedenfalls für Feinschmecker. Wer dagegen nach dem Motto “was mach eigentllich der Prozess?” nur mal so vorbeikam, fand offenbar eher die Gemüsesuppe der Gerichtskantine interessant, wie dieser Tage auf der Internetseite eines Wochenmagazin nachzulesen ist.

Dabei gab es am Freitag in mehrerer Hinsicht interessante Einblicke in die Gemütslage der Beteiligten, in die Verteidigungsstrategie - und in “die Bewegung 2. Juni”. Denn eine Ex-Terroristin machte umfangreiche Angaben.

Schon zu Beginn gab es eine interessante Begegnung zwischen Angehörigen der RAF-Opfer und der Bundesanwaltschaft: Ina Beckurts, Witwe von RAF-Opfer Karl Heinz Beckurts, übergab Bundesanwalt Walter Hemberger ihre Karte: “Damit Sie wissen, wo Sie mich finden, wenn Sie die Mörder meines Mannes gefunden haben”, sagte Frau Beckurts mit einem schwer zu deutenden Unterton. Bundesanwalt Hemberger antwortete: “Kommen Sie mal zu uns nach Karlsruhe!”.

Die Stimmung war halbwegs aufgeräumt. Allerdings schwelt nach wie vor der Streit zwischen Michael Buback und dem Senat über die Frage der Entpflichtung seines Beistands Rechtsanwalt Endres (der am vergangenen Donnerstag überraschend an einer Vernehmung in Wiesbaden teilnahm).

Als Zeugin war Gabriele Rollnik geladen, die sich mit Textpassagen eines Buches unfreiwillig als Zeugin empfohlen hatte. Während Frau Rollnik gegenüber der Bundesanwaltschaft noch erklärt hatte, keine Angaben machen zu wollen hatte sie es sich in der Zwischenzeit offenbar anders überlegt. Mag dabei die harte, wenn auch rechtswidirge Haltung des Senats gegenüber Christa Eckes eine Rolle gespielt haben? Gabriele Rollnik liess sich dazu nichts anmerken. Nach der Belehrung durch den Vorsitzenden Richter Hermann Wieland erklärte sie, sie wolle Angaben machen ...

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