EU: Natascha Kampuschs Fotografin klagte auf Urheberrechtsschutz für ihre Porträtfotografien

Eine Fotografin klagte auf ihre Urheberrechte in der Porträtfotografie. Sie hatte Kinderfotos der später entführten und mittlerweile wieder in Freiheit lebenden Natascha Kampusch gemacht, unter anderem auch in deren früherem Kindergarten. Die entsprechenden Fotografien wurden nach der Entführung in Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt. Darunter waren fünf Presseverlage – ein deutscher und ansonsten österreichische.

Ob hier ein Schutz des Urheberrechts vorliegt, hatte der Gerichtshof der Europäischen Union zu untersuchen. Es stellte sich die Frage, wie das Unionsrecht mit Porträtfotos umzugehen habe, da sie hochgradig wirklichkeitsgetreu sind. Die Gestaltungsmöglichkeiten erscheinen vermeintlich gering. Ist es nicht vielmehr so, dass es übertrieben ist, bei einem Porträtfotografen von einem Urheber zu sprechen? Lichtet er doch bloß das Gesicht der zu fotografierenden Person ab?

Auch Porträtfotografien fallen unter Urheberrechtsschutz

Zum Zwecke der Klärung dieser Angelegenheit befasste sich der Gerichtshof mit dem Begriff des “geistigen Eigentums”. Dies liegt dann vor, wenn Kreativität gegeben ist und – in diesem Fall – der Fotograf schöpferisch tätig sein kann. Der Gerichtshof stellte fest, dass der Fotograf, bereitet er das Foto im Vorfeld vor, dieses durch Bestimmung der Haltung der zu fotografierenden Person oder durch Beleuchtung gestalten kann. Aspekte wie Bildausschnitt, Atmosphäre oder Blickwinkel kann der Fotograf bestimmen. Später kann er Entscheidungen bezüglich der Entwicklung des Bildes und der Software treffen ...

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