LAG Hamm (11 Sa 722/10): Oberarzt mit 500.000 €-Mobbing-Klage gegen Chefarzt vorerst gescheitert

Konflikte am Arbeitsplatz sind noch kein Mobbing. Mobbing liegt erst vor, wenn ein feindliches Klima am Arbeitsplatz die Würde des Arbeitnehmers verletzt, urteilte am Donnerstag, 19.01.2012, das Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm (AZ: 11 Sa 722/10). Es wies damit die Klage eines Oberarztes gegen seinen früheren vorgesetzten Chefarzt ab.

Der heute 61-jährige Arzt arbeitet seit 1987 in einem Krankenhaus in Lünen. 2001 bewarb er sich auf die Stelle des Chefarztes der neurochirurgischen Abteilung. Gut ein Jahr lang leitete er die Abteilung kommissarisch. Letztlich entschied sich die Klinik aber für einen Bewerber von außen, der dadurch sein Vorgesetzter wurde.

In der Folgezeit fühlte sich der Oberarzt von seinem neuen Chefarzt gemobbt. Mit einer ersten Klage gegen die Klinik verlangte er 2004 ein Schmerzensgeld; zudem müsse der Chefarzt entlassen werden.

Der Streit führte zu einem Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt in Sachen Mobbing (Urteil vom 25.10.2007, AZ: 8 AZR 593/06). Danach müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter vor intensivem Mobbing schützen. Andernfalls können Mobbingopfer Anspruch auf Schadenersatz haben. Dass ihr mobbender Chef entlassen wird, können Arbeitnehmer dagegen in der Regel nicht verlangen ...

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