Zentralvermarktung der TV-Rechte

Auf den ersten Blick erscheint das Thema der Vermarktung von TV Rechten von Bundesliga Übertragungen etwas unübersichtlich. Auf den zweiten Blick wird es nicht einfacher. „Das Kartellamt hat den Weg zur Zentralvermarktung frei gemacht“ schallt es in den letzten Tagen durch die Presse. Rechtlich und wirtschaftlich begleiten diese Frage aber hochinteressante Fragen. Was bedeutet eigentlich Zentralvermarktung durch die DFL?

Zentralvermarktung bedeutet zunächst: Nicht die einzelnen Vereine, sondern die DFL (genauer die für die Vermarktung zuständige Tochterfirma DFL Sports Enterprises) verkaufen die Rechte an den Bundesligaübertragungen. Die Einnahmen werden dann prozentual nach verschiedenen Methoden (insbesondere die jeweiligen Platzierungen) verteilt. Was könnte daran rechtlich und wirtschaftlich verwerflich sein?

Zunächst einmal ist da das deutsche und europäische Kartellrecht. Dies hat den Zweck wettbewerbseinschränkende Absprachen zu verhindern um fairen Wettbewerber zu garantieren um nicht zuletzt den Verbraucher zu schützen. Da es zur Bundesliga keinen wirklichen Wettbewerber gibt, kommen neben den einzelnen Vereinen, die sich durch die Verteilung benachteiligt fühlen, auf der anderen Seite die Wettbewerber in Betracht, die sich um die Ausstrahlung der Spiele bewerben. Diese könnten argumentieren, die Absprache zwischen den einzelnen Vereinen die Spiele zentral an bestimmte TV Anbieter zu verkaufen würde die jeweiligen nicht ausgewählten Anbieter benachteiligen. Anders als bei der dezentralen Vermarktung, in der die einzelnen Vereine ihre TV Rechte verkaufen, hat der „unterlegene Anbieter“ nämlich keine Alternative mehr im Markt der „Bundesligaübertragung“ einzugreifen. Die Frage allerding ist, wer hier überhaupt handelt: Vereine oder die DFL, oder beide? In den USA entstand bald die „Single-Entity“ Doktrin ...

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