OLG Koblenz zu Testamentsklauseln zum "gleichzeitigen Versterben"

Das OLG Koblenz hatte in seinem Hinweisbeschluss vom 22.09.2011 (10 U 410/11) ein sehr praxisrelevantes Thema zu behandeln:

Ehegatten regeln in ihren Testamenten oftmals den tatsächlich sehr unwahrscheinlichen Fall, dass sie gleichzeitig versterben und verfügen eine Erbeinsetzung für diesen Fall. Juristisch gesehen ist gleichzeitiges Versterben nur dann, wenn die Ehegatten tatsächlich in der gleichen Sekunde versterben und dazwischen nicht einige Minuten liegen. Allgemein ist daher die Auslegung anerkannt, dass eine solche Erbeinsetzung auch wirksam ist, wenn die Ehegatten kurz hintereinander versterben (einige Stunden oder Tage). Die Rechtsprechung nahm durch Auslegung auch schon an, dass ein Versterben nach vielen Jahren noch für die Erbeinsetzung für den Fall des „gleichzeitigen Verstrebens“ gelten soll.

Mittlerweile stellt die Rechtsprechung wieder mehr auf den Wortlaut ab und nimmt nur geringe Zeiträume an. So nun auch das OLG Koblenz, dass wie folgt entschied:

„Entgegen der Auffassung der Klägerin bedeutet die Formulierung: „sollte der Tod meine Frau (bzw ...

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