Gewonnen und zerronnen

Wenn ein Prozeßergebnis gut aussieht, muss es noch lange nicht gut sein.

Diese Erfahrung musste nun ein Mandant von mir machen. Er war vorher in Händen eines durchaus populären Kollegen und ließ sich dort für viel Honorar gegen den Vorwurf eines Betruges und einer Unfallflucht verteidigen. Beide Dinge hatten nichts miteinander zu tun, wurden aber in einer Verhandlung erörtert. Bei dem Betrug sahen die Erfolgsaussichten eher vage aus, an der Unfallflucht war nichts dran. Der Richter hatte auch nicht übermäßig Lust auf die Verhandlung und so schlug er vor der Verhandlung einen Deal vor: Der Mandant solle doch die Unfallflucht einräumen, im Gegenzug wird das Betrugsverfahren eingestellt und wegen der Unfallflucht erfolgt eine Verurteilung zu einer “Verwarnung mit Strafvorbehalt”. Das ist quasi eine Geldstrafe zur Bewährung und die niedrigste Strafe, die das Strafgesetzbuch so vorsieht. Wenn man sich bewährt, also nichts innerhalb von zwei Jahren anstellt, muss man keine Strafe zahlen. Darauf schlug der damalige Verteidiger ein und der Deal war geschlossen.

Da hat nur leider jemand nicht mitgedacht. Denn obwohl diese Verurteilung nicht nach Strafe aussieht – eine Verurteilung bleibt sie. Und da sie ausgerechnet auf die Unfallflucht gestützt wurde, erfolgt eine Eintragung ins Flensburger Verkehrszentralregister (§ 28 III Nr ...

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