Außer Spesen nix gewesen ...

Manchmal kommt man auch als Anwalt an einen Punkt, wo einem außer verärgertem Kopfschütteln nicht mehr bleibt.

Ich hatte einen jungen Mann vertreten, der als sogenannte Aushilfskraft für einen der vielen Subunternehmer arbeitete, dessen Aufgabe es war, in Supermärkten das abgepackte Fertigbrot in die Regale zu packen. Hierfür sollte es immerhin einen Stundenlohn von 13,00 EUR geben; eigentlich für die Tätigkeit also keine schlechte Entlohnung. Nachher wusste der junge Mann auch, warum ihm ein so hohes Gehalt versprochen wurde: es wurde nämlich einfach nicht bezahlt! Stattdessen machte die Gegenseite irgendwelche komischen Rechnungen auf, die nicht nur jeglicher Grundlage entbehrten sondern eigentlich eher sogar abstrus waren und wollte von dem Mann seinerseits noch Geld haben.

Gut, soweit kommt man mit so etwas als Arbeitsrechtler ganz gut klar, weswegen ich dann auch Klage auf Zahlung erhoben habe – alles in allem an die 1.400,00 EUR brutto. eine kurze Internetrecherche ergab dann auch, dass die Firma offiziell wohl auf die Frau des Chefs lief (so was kommt sehr häufig vor – meist dann, wenn der eigentliche Chef zuvor mal wegen irgendwelcher Gründe, die zu der Annahme der Unzuverlässigkeit führen, die Gewerbeerlaubnis entzogen gekriegt hat); zumindest trug die als Inhaberin angegebene Dame den identischen Familiennamen, wie der Chef. Beim Arbeitsgericht gab es dann auch ein Versäumnisurteil, weil von der Gegenseite niemand erschienen war und das wurde dann sogar rechtskräftig. Soweit und bis hier hin auch sogar gut.

Ärgerlich wurde es dann, als ich in die Zwangsvollstreckung ging ...

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