Skype dürfte eine Abhörschnittstelle bieten – Quellen-TKÜ per Trojaner unverhältnismäßig

Die weitverbreitete Voice-over-IP- und Video-Chat-Software Skype dürfte bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Möglichkeit bieten, um auch netzinterne Voice-over-IP-Gespräche abhören zu können. Damit wäre die seit einiger Zeit heiß diskutierte Frage, ob es zum Abhören von „Skype“ eine Alternative zur sogenannten „Quellen-TKÜ“ gibt, jedenfalls aus technischer Sicht mit „ja“ zu beantworten sein. Zwecks Vermeidung der grundrechtsbeeinträchtigenden Infiltrationen von Rechnersystemen mit staatlicher Überwachungssoftware sind die Ermittlungsbehörden aufgerufen, sich in Kooperation mit Skype – inzwischen einer Microsoft-Tochter – um die praktische Umsetzung dieser weniger eingriffsintensiven Überwachungsmaßnahme zu bemühen.

Bereits seit Jahren kursieren im Netz Gerüchte, dass die Skype-Software für staatliche Stellen einer Überwachungsschnittstelle beinhalten könnte. Hierauf deuten auch Passagen im "Kleingedruckten" des Skype-Dienstes hin, wo es heißt (Ziffer 7, Absatz 7):

Skype, der örtliche Skype-Partner oder der Betreiber bzw. Anbieter, der die Kommunikation ermöglicht, stellt personenbezogene Daten, Kommunikationsinhalte oder Verkehrsdaten Justiz-, Strafvollzugs- oder Regierungsbehörden zur Verfügung, die derartige Informationen rechtmäßig anfordern. Skype wird zur Erfüllung dieser Anforderung angemessene Unterstützung und Informationen bereitstellen, und Sie stimmen hiermit einer derartigen Offenlegung zu.

Ein definitiver Beweis für eine solche Funktion ist bisher allerdings nicht öffentlich bekannt geworden.

Gleichwohl dürfte Skype bereits nach der gegenwärtigen Ausgestaltung des Systems eine technisch einfache Möglichkeit bieten, Sprachtelefonie innerhalb des Skype-Netzes abzuhören, auch ohne die proprietäre Verschlüsselung des Audio-Datenstroms zu brechen. Dies dürfte sich durch eine heimliche Kombination der Funktionen „Skype-In“ und „Skype-Out“ durch den Netzbetreiber Skype realisieren lassen ...

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