“Wir brauchen einen nationalen Aktionsplan öffentliche Beschaffung!” – Interview mit Prof. Dr. Michael Eßig, Universität der Bundeswehr München

Die 1973 gegründete Universität der Bundeswehr München dient der wissenschaftlichen Ausbildung von Offizieren und Offizieranwärtern, zur Zeit ca. 3.700 Studierende. Forschung und Lehre an der Universität sind frei. Marco Junk (Vergabeblog) traf in München Prof. Dr. Michael Eßig, der dort den Lehrstuhl Materialwirtschaft und Distribution inne hat und das Forschungszentrum für Recht und Management öffentlicher Beschaffung (FoRMöB) leitet. Ein offenes Gespräch über Recht und Wirtschaftlichkeitspotentiale, erfolgreiche Mittelstandsförderung bis hin zu Karrierepfaden für Beschaffer – und nicht zuletzt dem Kunden Bundeswehr.

Herr Prof. Eßig, das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz ist dem Einkaufsvolumen nach der größte öffentliche Einkäufer in Deutschland. Insofern erscheint es nahe liegend, dass sich auch die Universität der Bundeswehr mit dem Thema Beschaffung befasst. Müsste sich Wissenschaft nicht grundsätzlich breiter des Themas annehmen?

Eßig: Eindeutig ja! Wobei die öffentliche Beschaffung bislang viel zu einseitig von der Rechtstheorie dominiert wird. Dessen wirtschaftliche Betrachtung ist nach wie vor Neuland in der Forschungslandschaft.

Ist denn nicht gerade das Recht der Dreh- und Angelpunkt der öffentlichen Beschaffung?

Eßig: Betrachtet man einmal den Gesamtprozess einer öffentlichen Beschaffung, also von der Bedarfsermittlung über die Vergabe bis zur Abwicklung/ Logistik – so macht die eigentliche Vergabe nur einen „kleinen“ Teil aus. Gleichwohl konzentriert sich alle Welt darauf. Dabei liegt das größte Wirtschaftlichkeitspotential in der Bedarfsermittlung, z.B. durch frühzeitige Einbindung des Einkaufs oder durch Standardisierung, gerade auch im IT-Bereich. Die Frage, „Was brauche ich wirklich“ kommt dabei regelmäßig zu kurz ...

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